26 - 4.Etappe Gouvy-Bütgenbach

Nachdem wir in der Orga die 4. Etappe von Gouvy in der ostbelgischen Provinz der Wallonie nach Bütgenbach in der deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) geplant hatten, sind wir von einer unspektakulären Überbrückungsetappe mit wenigen Kilometern und Höhenmetern ausgegangen. Das war dann auch heute weitgehend so, auch wenn die Mittagspause nicht in Malmedy stattfinden konnte. Dafür hat Ignaz Halmes, unser Kontaktmann hier in der DG, eine schöne alte Mühle in Weywertz aufgetan, wo wir (Michael und Co) in Eigenregie die Mittagspause organisieren können. Ignaz ist seit Beginn der Tour ständiger Begleiter bei den Etappen in dieser Region und natürlich auch heute aktiv auf dem Rad dabei. Die Änderung der Strecke macht sie nicht länger, aber die Höhenmeter werden durch zwei Schlussrampen mehr. Dafür entschädigt die erstmalige "Sightseeingtour" durch Bütgenbach die Radler.
Das sieht ja auch am Morgen gut aus. Alle sind ausgeschlafen, organisiert und bereit fürs Frühstück. Das verspätet sich aber doch ein wenig und ist auch Neuland für Alle, denn es gibt dann endlich so gegen halb Neun Uhr fertig gepackte Lunchpakete (in Papiertüten!). Mal was Neues und auch der Inhalt ist gar nicht schlecht: Saft, belegte Brötchen, Marmelade, Nutella, Butter, ein Löffel für das Belegen des Brötchens (ich kenne das mit dem Löffel als Besteck von meinen jährlichen Aufenthalten in Taizé). Ein Positives des Frühstücks bleibt: Es ist eine halbe Stunde lang mucksmäuschenstill.
Wir starten dann etwas später und umfahren dabei einige Baustellen auf belgischen Straßen. Das nächste Ziel ist Sankt Vith an der Mehrzweckhalle Triangel, ein beliebter Ort für unsere Radler wegen der WC-Möglichkeiten. Hier begrüßt uns der Bürgermeister und wünscht uns nach der kurzen Empfangspause eine unfallfreie Fahrt und viel Schatten unterwegs.
Nach den kleinen belgischen Straßen fahren wir jetzt auf einem RaVel (Réseau Autonome de Voies Lentes); es ist heute ein Teil der Ligne 48 - Vennbahn von Aachen nach Troisvierges. Diese RaVel's sind tolle Radwege in dieser Region und in der Regel auf stillgelegten alten Bahntrassen errichtet - Chapeau! Die Überholer haben einiges zu tun, da viele Querwege als Wirtschaftswege aufstoßen und der Radweg immer mit einseitigen Barrieren abgesichert wird. So wird es nicht langweilig - aber die Sonne hat trotzdem keine Gnade und es wird immer wärmer. Ignaz führt uns zu unserer Statio am Mittag in Weywertz.
Super und Danke an das Team Michael und Co für die Versorgung mit Essen und Trinken. Danke auch für den Getränketransfer von Schwollener für frisches Wasser!
Obligatorische Bilder mit der Überreichung von Gastgeschenken an die Gastgeber werden dann in dem Ambiente der Alten Mühle am See und im Innenhof erstellt.
Die letzten 7 Kilometer bis nach Worriken haben zwei Rampen "in sich" - aber - wir schaffen das!
Nach dem Einzug in die große Turnhalle im Freizeitkomplex besucht uns der Sportminister der DG Belgiens - Georges Freches. Er betont in seiner kurzen Rede die beispielgebende Aktion für ein grenzenloses Europa und er hofft, dass die Jugendlichen diese Erfahrungen in ihrem weiteren Leben bewahren. Die Sportschöffin von Bütgenbach, Frau Kathi Elsen, ist begeistert von der Gruppe, die sie heute zum zweiten Mal begrüßen darf.
Ein weiterer Offizieller ist Franz Bittner; er ist Präsident der europ. Vereinigung Region Eifel - Ardennen (überregionale gesellschaftliche Aktionsgruppe). Seine Rede hat mich - und vielleicht auch den Einen oder Anderen beeindruckt - denn es sind unsere Werte hervorgehoben, für die wir alle hier unterwegs sind. Aus diesem Grunde hier ein paar Auszüge im O-Ton:
„Wenn man in eure Gesichter schaut, sieht man mehr als eine Gruppe junger Menschen auf dem Fahrrad.“
"Es geht nicht darum, wer am schnellsten ist. Es geht darum, aufeinander zu achten, sich gegenseitig zu helfen und als Gemeinschaft anzukommen. So meistert man lange Strecken, Anstiege, Hitze, Müdigkeit und Momente, in denen die Beine schwer werden. Darauf könnt ihr stolz sein."
"In einer Welt , die oft von Konkurrenz und Gegensätzen geprägt ist, setzt ihr ein anderes Zeichen. Ihr zeigt, dass Zusammenhalt stärker ist als Trennung, das Freundschaft Grenzen überwinden kann und das junge Menschen bereits sind Verantwortung füreinander zu übernehmen."
"Gerade das brauchen wir heute: junge Menschen, die Brücken bauen, nicht Mauern, die neugierig auf andere Kulturen sind und die erkennen, das unsere Unterschiede uns nicht trennen müssen, sondern bereichern können."
"Ihr seid Botschafter:innen einer offenen, solidarischen und menschlichen Großregion. Ihr zeigt, wie Europa gelingen kann – nicht durch große Reden, sondern durch gemeinsames Handeln."
Von wegen unspektakulär - es ist immer was los, im Großen, im Kleinen, im Besonderen, im Lauten, im Leisen!
Es ist 22:30 Uhr - gute Nacht!










